MV soll Modellregion für Produktion von Fisch und Nutzpflanzen werden

Mecklenburg-Vorpommern soll nach dem Willen von Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) zur europäischen Modellregion für Aquaponik werden. Aquaponik bedeutet die kombinierte Produktion von Fisch und Nutzpflanzen in Kulturen. «Ressourcenschonend und nachhaltig Fisch als Eiweißlieferanten zu produzieren, wird immer wichtiger», sagte Backhaus der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Gebiet der Aquakultur, also der reinen Fischzucht, gebe es bereits viele erfolgreich wirtschaftende Betriebe. Die Aquaponik werde bereits in mehreren Testanlagen betrieben, die sehr vielversprechend laufen. «Ich werde mich dafür stark machen, dass wir auf diesem Sektor ein Bio-Siegel «Made in MV» entwickeln, erklärte Backhaus.


Nach Internet-Angaben der Uni Rostock entstehen beim Betrieb von Aquakulturen gelöste Stickstoff-Verbindungen als Nebenprodukt. Diese seien jedoch für Fische schädlich. Diese stickstoffreichen Nutzwässer einfach in die Umwelt zu entlassen, wäre eine Belastung für die Natur und eine Verschwendung von Ressourcen. Die Pflanzen in erdlosen Hydrokulturen (Hydroponik) benötigten wiederum den Stickstoff zum Wachsen. Würde dieser in Form von künstlichen Düngemitteln bereitgestellt, wäre das mit einem hohen Ressourcenverbrauch und negativen Auswirkungen für die Umwelt verbunden.


Auch wenn es sich um ein äußerst komplexes Verfahren handelt, sehen die Rostocker Wissenschaftler in der Aquaponik ein großes Potenzial zur nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln.

Weitere Meldungen Ex-Sprecher von «Land schafft Verbindung» warnt vor Radikalisierung
Argentinien nimmt Export von koscherem Fleisch nach Israel wieder auf