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Corona-Krise trifft Kartoffelbranche in Frittenland Belgien

Die Kartoffelbranche im frittenverliebten Belgien hat im Corona-Jahr 2020 deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Statt wie geplant 5,6 Millionen Tonnen Kartoffeln seien in dem Jahr nur 5,08 Millionen Tonnen verarbeitet worden geworden, teilte Romain Cools vom Verband der kartoffelverarbeitenden Industrie (Belgapom) mit. 2019 waren es noch 5,4 Millionen Tonnen gewesen.


Die Investitionen in die Branche gingen Belgapom zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent zurück. 16,5 Prozent weniger Menschen als 2019 arbeiteten in der Branche. Die Exporte der belgischen Betriebe seien um rund zehn Prozent zurückgegangen sagte Cools. Belgien ist Branchenangaben zufolge der weltgrößte Exporteur von tiefgekühlten Kartoffelprodukten wie Pommes frites.


Für Aufsehen hatte ein Aufruf von Romain Cools im April 2020 an die Belgier gesorgt, zweimal statt einmal pro Woche Fritten zu essen. Weil vor allem Exporte ausblieben, blieben Bauern damals auf ihren Kartoffeln sitzen und die Kühlkammern waren randvoll. Ein Jahr danach ist Cools sicher: «Der Aufruf und das Medieninteresse hatten einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen.»


Die berühmten belgischen Frittenbuden wurden von der Krise dagegen weniger kalt erwischt als verarbeitende Industrie und Exporteure. Er tue sich schwer damit, sie als Opfer zu bezeichnen, sagte Bernard Lefèvre, Vorsitzender des nationalen Dachverbands der Frittenbuden-Betreiber Navefri. Denn in der «großen Familie» der Gastronomie hätten die Frittenbuden zumindest durchgehend die Möglichkeit gehabt, etwas zu verkaufen. Umsatzeinbußen von 20 bis hin zu 80 Prozent habe es aber dennoch gegeben, von Touristen abhängige Buden in den Großstädten seien stärker betroffen gewesen.

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