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Bauernverband fordert Regierungsentscheidung zur Flaechenstilllegung

Der Bauernverband in Schleswig-Holstein hat die Landesregierung aufgerufen, eine Entscheidung zur Aussetzung der Stilllegung von Anbauflächen zu treffen. Dazu verwies Vizepräsident Klaus-Peter Lucht am Freitag auf den Vorschlag der EU-Kommission, für ein Jahr Ausnahmen von der geplanten Stilllegung von vier Prozent der Ackerfläche zu machen. Hintergrund ist die Sorge vor drohenden Lebensmittelengpässen.


«Bei der gestrigen Agrarministerkonferenz haben neun Bundesländer gefordert, von dieser Option Gebrauch zu machen», äußerte Lucht. «Dies waren alle Flächenländer außer Hessen und Schleswig-Holstein.» Der Bauernverband sieht ein Potenzial von 200 000 Hektar Ackerfläche in Deutschland und von 14 000 Hektar in Schleswig-Holstein, die aus seiner Sicht im nächsten Jahr nutzbar bleiben sollten.


«Ich habe bei der gestrigen Sonder-Agrarministerkonferenz ebenfalls eindeutig Stellung bezogen und den Vorschlag der EU-Kommission, die Flächen-Stilllegungen ausnahmsweise 2023 auszusetzen, grundsätzlich begrüßt», erklärte Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es seien in Abstimmung von Bund und Ländern aber mögliche Wechselwirkungen zu anderen Regelungen zu prüfen. «Uns ist es wichtig, dass die landwirtschaftlichen Betriebe für ihre aktuellen Anbauplanungen die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine temporäre Aussetzung der verpflichtenden Flächenstilllegung 2023 frühzeitig kennen und keine unerwarteten Kosten auf Sie zukommen.»


Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) hatte am Donnerstag angemerkt, der EU-Vorschlag sei mit «erheblichen Komplikationen» verbunden. «Wer auf Flächenstilllegungen oder den Fruchtwechsel verzichtet, kann auch nicht von manchen Ökoregelungen und Agrar-, Umwelt- und Klimamaßnahmen profitieren», sagte er. In den nächsten Wochen soll auf Fachebene weiter diskutiert werden.

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